Oft werden wir gefragt, ob all die schmackhaften Torten, feinen Kuchen, zarten Kekse und hübschen Petits Fours aus eigener Herstellung sind…
Die Frage überrascht und noch vor einigen Jahren wurde diese auch nie gestellt. Warum ist dem so?

Mateika Team zur Eröffnung 1972
Das Mateika-Team zur Eröffnung 1972

In Zeiten, in denen „Coffee-to-go“ und Supermarktgebäcke den Großteil des Konsumangebotes prägen, in denen aus der einstigen Kunst der Patissiers, Confiseure und Chocolatiers ein Wirtschaftsmarkt wurde, in dem es in erster Linie nur darum geht, Gewinne zu maximieren auf Kosten der Authentizität und der Qualität der Produkte, versucht unsere alte Zunft, mit feinen selbst hergestellten Konditoreiwaren und authentischer Kaffeehausatmosphäre, ein Zufluchtsort im hektischen Alltag der Schnelllebigkeit zu bleiben…

Das Bewahren der jahrhundertealten Kaffeehauskultur, haben wir uns als Ziel gesetzt... Und dazu gehören hausgemachte Torten zum Dahinschmelzen genauso, wie Kaffeespezialitäten am Tisch serviert...

Gerhard Mateika, unser Unternehmensgründer, hatte sich dies schon vor Jahrzehnten zum Ziel gesetzt.

Angefangen als 14-jähriger Lehrling nach dem Krieg, mit nicht viel mehr als unermesslicher Wissbegierde und unbändigem Ehrgeiz machte er sich aus dem fernen Masuren auf den Weg und arbeitete sich in kürzester Zeit vom mittellosen Bäckerburschen bis zum Patissier mit Leitung über Bäckerei und Konditorei des Hilton Hotels im fernen Istanbul hoch und galt als Experte für die heute fast ausgestorbene Kunst des Zuckerziehens. Zuvor sammelte er Erfahrung und Ausbildung im Konditorenhandwerk, besonders in der damals berühmten COBA Schule in Basel. Hier lernte Gerhard Mateika auch seine Frau Edith kennen, sie war in den Jahren der Nachkriegswirren aus Memel auf vielen Umwegen bei einer Tante im Grenzstädtchen Lörrach gestrandet und arbeitete in einer Confiserie an den Rheinbrücken zu Basel. Die Beiden sollten 56 Jahre zusammen bleiben...Tochter Sabine wurde dort geboren, in Istanbul kam Sohn Bernd zur Welt. Es folgten Stationen in Rom, Lugano, Tel Aviv, Tripolis und New York. In München machte Gerhard Mateika seinen Meisterbrief im Konditoren und Bäckerhandwerk, sowie als Koch mit Auszeichnung.

In Istanbul, dem Mutterland des Mokkas mit seinen prächtigen Kaffeehäusern, sollte Gerhard Mateika mit seiner Familie ganze 10 Jahre bleiben, bevor es ihn wieder nach Deutschland und der Deutschen Lufthansa zog. Hier leitete er vier Jahre lang die Bäckerei und Konditorei der LSG in Frankfurt und gewann mit seinem Team bei der internationalen Kochkunsstausstellung sogar eine Goldmedaille.

Urkunde aus dem Jahr 1959
Urkunde aus dem Jahr 1964 vom Hilton Hotel Istanbul

Der Traum vom eigenen Kaffeehaus wurde 1972 Wirklichkeit und in den darauf folgenden Jahren, geprägt durch harte Arbeit, wurde das Kaffeehaus Mateika auf Sylt eine nicht mehr weg zu denkende Institution, die es nach dem Tod von Gerhard Mateika im Jahr 2013, weiterzuführen galt. 

Und so zaubern wir auch heute noch nach alten Rezepten von Gerhard Mateika in unserer Backstube ein gut sortiertes Warensortiment und versuchen, unsere Handwerkskunst und Familientradition weiter zu erhalten...